Anne Zorn (25) hat 2008 ihren Abschluss an der Fahmoda gemacht. Nach der Ausbildung und einigen Praktika hat sie ihr eigenes Label gegründet. Wir haben ihr ein paar Fragen dazu gestellt.
Wie kamst Du auf die Idee, ein eigenes Atelier zu eröffnen?
Ich habe während der Ausbildung sehr schnell gemerkt, dass mich eine “klassische“ Karriere in einer Firma überhaupt nicht reizt und nach einem Praktikum in einer Kostümwerkstatt eines Berliner Theaters habe ich auch die Möglichkeit des Kostümdesigns erstmal verworfen bzw. hinten angestellt. So blieb die Selbstständigkeit gewissermaßen als logischer Schluss übrig.
Wo kann man Deine Entwürfe erwerben?
In meinem Atelier, das auch als “Showroom“ dient, kann man immer donnerstags von 10 bis 13 und 14 bis 18 Uhr Teile aus meiner Kollektion kaufen. Da das Atelier aber etwas versteckt auf einem Hinterhof liegt, gilt es noch als ein Geheimtipp. Ansonsten ist eine kleine “Online-Kollektion“ in Arbeit, die man bald über die Seite www.rockXanne.de erwerben kann. Einige ausgesuchte Einzelstücke gibt es außerdem im Designkombinat auf dem Engelbosteler Damm in Hannover zu kaufen.
Was bedeutet der Name Deines Labels “rockXanne”?
Der Name rockXanne entstand im ersten Jahr meiner Ausbildung als Wortspiel aus „Rock“ und meinem Namen. Ich liebe sowohl Rockmusik als auch die Herstellung von Röcken. Den berühmten Policesong hatte ich da gar nicht im Hinterkopf – aber ich finde ihn klasse!
Wovon lässt Du Dich inspirieren? Von allem, was mich umgibt und was ich jeden Tag sehe und erlebe. Ich entwerfe sehr intuitiv und spontan und kann hinterher unmöglich sagen, wo die Ideen genau herkamen.
Deine Arbeiten sind sehr farbenfroh. Gemeinhin sagt man ja, dass vor allem die Norddeutschen eher eine reduzierte Farbpalette bevorzugen. Wer sind Deine Kundinnen, wen sprichst Du mit Deinen Outfits an?
Der Farbenrausch meiner aktuellen Kollektion hat mich selbst überrascht. Wahrscheinlich kommt es daher, dass ich mich nach einigen “tiefschwarzen” Jahren in der Gothicszene so richtig austoben musste und die “Freiheit“ der vielen Farben genieße. Ich bin selbst oft überrascht, wie gut die Sachen quer durch alle Altersklassen ankommen. Ich glaube, wir Norddeutschen sind gar nicht so trist, wie immer alle glauben. Ich entwickle Kleidung, in der ich mich wohlfühle und glücklicherweise scheint das auch vielen anderen Menschen so zu gehen.
Gibt es Best-Seller? Ja, meine Sweat- bzw. Walkjacken.
Mit welchen Materialien arbeitest Du? Am liebsten mit Naturmaterialien: Baumwollsweater, Walkloden etc..
Genauso gern verarbeite ich aber auch Vintagestoffe. Die werden dann oft zu Einzelstücken verarbeitet, die es z.B. im Designkombinat zu kaufen gibt.
Wie ist die Resonanz auf Deine Arbeit? Die Resonanz ist durchweg positiv, aber es kann schon frustrierend sein, wenn immer alle alles schön finden, aber wenig Leute genug Geld haben, die Teile dann auch zu kaufen. Insofern jobbe ich immer noch nebenher.
Hast Du irgendwelche Vorbilder?
Ich mag gern die Sachen von Blutsgeschwister, auch wenn mir dort manches im Detail oft ein bisschen zu “over the top“ ist.
Inwieweit orientierst Du Dich an aktuellen Trends? Gar nicht, zumindest nicht bewusst. Wenn mir etwas gefällt, greife ich das gern auf. Aber ansonsten genieße ich es, mein eigenes Ding machen zu können.
Was empfiehlst Du den jungen Modedesignstudenten und den diesjährigen Absolventen?
Sich nach dem Abschluss unbedingt eine Auszeit zu nehmen und einmal ganz tief in sich zu gehen. Ich habe gleich “weitergepowert“ und habe das gesundheitlich sehr heftig zu spüren bekommen.
Und Deine Pläne und Wünsche für die Zukunft? Mein Unternehmen soll so erfolgreich sein, dass ich davon bald entspannt leben kann. Alles andere wird sich dann finden. Da bin ich ganz optimistisch.


Das Kleid war gleichsam mein “Baby”. Aus einem 75 m langen Seil sollte ich dieses Outfit machen:













