Category: Designer
HANNOVER  
 März 13th, 2014

Alumni-Interview mit Anna Heinrich

 

Heute setzen wir unsere Reihe “Fahmoda Absolventen auf der Spur” fort (siehe auch Karriere-Interviews mit Julia Kirstein und Katharina Kaiser). Ein Jahr nach den Fashion Finals 2013 befragen wir nun unsere Ehemalige Anna Heinrich nach ihrem bisherigen Werdegang.
Aktuell wohnt sie in Würzburg und arbeitet für das Label Comma.

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Anna, vor einem Jahr hast Du bei den Fashion Finals für Deine Abschlusskollektion “Come as U R” den Sonderpreis gewonnen. Seitdem sind einige Monate vergangen. Wie ging es nach Deiner Fahmoda-Ausbildung weiter?

Ich wollte keine Zeit verlieren und begann knapp einen Monat nach der Fahmoda-Show mein Praktikum bei Comma. Dies sollte meine erste praktische Erfahrung als Designerin in der Modeindustrie sein. Ich war hoch motiviert und fühlte mich direkt wohl im Team. Meine Integration gelang so gut, dass mein Praktikum vorzeitig nach 3 Monaten beendet wurde, und ich den Job als Junior-Designerin für das Kleider-Special bekam.

Das hört sich toll an. Wie sieht denn Dein momentaner Tätigkeitsbereich aus?

Ich bin für das Kleider Special bei Comma verantwortlich. Das Sortiment umfasst 15 bis 20 Kleidermodelle, die monatlich neben der Hauptkollektion angeboten werden. Wir wollen damit sowohl Kleiderstammabteilungen, als auch Comma Retailstores bestücken.

Und wie müssen wir uns einen normalen Arbeitstag von Dir vorstellen?

Ehrlich gesagt ist bei den 12 Kollektionen, die wir im Jahr produzieren, kaum ein Arbeitstag wie der andere. Man arbeitet oft parallel an 4-5 Kollektionen gleichzeitig. Da muss man flexibel sein. Ein Kollektionszyklus gestaltet sich in der Regel wie folgt: Erste Ideen werden im Pre-Brainstorming zu Looks geformt, im Brainstorming werden die Modelle dann final inklusive Farben festgelegt. Einige Wochen später folgt das Protomeeting, wo erste Prototypen der Kleider begutachtet und von einem Passformmodell probiert werden. Im Anschluss werden Änderugsschreiben an die Produzenten verfasst. Weitere Wochen später werden dann die Kleider bei einer internen Modenschau im Haus den Einkäufern präsentiert. Die verkauften Modelle durchlaufen noch viele Anproben und Änderungen bis das fertige Teil schließlich im Laden hängt. Mein Arbeitsalltag liegt also dementsprechend immer irgendwo zwischen diesen Phasen der verschiedenen Kollektionsproduktionen.

Was macht Dir an Deinem Job besonders viel Spaß?
Ich bin sehr froh darüber für meine eigene Produktgruppe verantwortlich zu sein. Die Vielfältigkeit vom Entwurf, über Material/-Farbauswahl bis hin zur Passformkontrolle am Modell garantiert einen abwechslungsreichen Arbeitsalltag.

Wie bewertest Du im Rückblick Deine Ausbildung an der Fahmoda?
Während meiner Ausbildung an der Fahmoda wurden mir alle wichtigen Grundlagen, Fähigkeiten und Fertigkeiten vermittelt, die es für einen erfolgreichen Start ins Berufsleben braucht.

Und was hat Dir denn während Deines Modedesignstudiums besonders gefallen?
Der Grund, warum ich mich damals für die Modeschule Fahmoda entschieden habe, war das duale System – die handwerkliche Ausbildung zur Damenschneiderin und die theoretische Ausbildung zur Modedesignerin. Darüber hinaus hat mir sehr gefallen, dass die Dozenten an der individuellen Stilistik des einzelnen Studenten interessiert sind und einen keineswegs in eine Richtung drängen wollen. Ich fand es gut, dass man Zeit und Raum hatte seinen persönlichen Ausdruck zu formen.

Was würdest Du heute jüngeren Modedesignstudenten empfehlen?
Das Studium kann Wissen vermitteln und Fähigkeiten schulen. Das Wichtigste ist jedoch, dass die innere Einstellung und Leidenschaft zur Mode in einem brodelt. Steckt Euch grobe Ziele, aber verkrampft Euch nicht dabei diese zu erreichen. Verschliesst Euch nicht vor Alternativen, denn diese können auch der Weg zum Ziel sein.

Wenn wir in die Zukunft schauen: Wie sehen Deine Pläne aus?

Was ich eben bereits über die Ziele gesagt habe, gilt natürlich auch für die Pläne. Letztlich möchte ich mit der Zeit immer mehr Souveränität in der Branche gewinnen und so viel es geht dazu lernen. Ich möchte in diesem ersten Job als Designerin wachsen. Auch wenn mir die Produktgruppe Kleider viel Freude bereitet, würde ich mir wünschen später auch einmal andere Produktgruppen betreuen zu dürfen. Für die ferne Zukunft schließe ich aber auch die Gründung eines eigenen Labels gemeinsam mit meinem Lebensgefährten nicht aus.

Welche Eigenschaften braucht man Deiner Ansicht nach, um erfolgreich als Modedesigner/in zu arbeiten?Durchhaltevermögen, eine gesunde Portion Selbstbewusstsein, Beharrlichkeit, Optimismus und die Fähigkeit effektiv zu arbeiten.

Zuletzt wollen wir von Dir wissen, was die bisherigen “Highlights” in Deinem Berufsleben waren?
Abgesehen von der Tatsache, dass man mir bereits nach 3 Monaten Praktikum das Vertrauen geschenkt hat eine eigene Produktgruppe zu verantworten, wird es zukünftig immer wieder ein Highlight sein, eines der Kleider, die ich entworfen habe, in Veröffentlichungen oder direkt an einer Kundin zu sehen.

Vielen lieben Dank!

HANNOVER  
 März 10th, 2014

Fortsetzung: Mit Wunderkind in Paris

 

by Hakan Solak

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Wie versprochen kommt hiermit die Fortsetzung meines Berichtes über meine Erfahrungen bei dem Label Wunderkind. Höhepunkt meiner wunderbaren Zeit dort war die Show auf der Pariser Fashion Week. Hier manifestieren sich die maßgeblichen neuen Trends von morgen, hier werden Newcomer zu Trendsettern und Nachwuchsmodels zu gefeierten Stars. Wie dem auch sei. Mein erster Arbeitstag in Paris fing sehr früh an. Ich saß bereits um 6:55am im Flieger von Berlin nach Paris und sollte vom Pariser Flughafen direkt zum Showroom fahren. Der Showroom von Wunderkind befindet sich am Place des Vosges. Unter den fünf “Königlichen Plätzen“ ist er der älteste und gilt als einer der schönsten Plätze von Paris. Angekommen waren alle Kollegen schon emsig am Arbeiten. In einem Raum wurde fleißig genäht, im Showroom wurden die Outfits an Models für die Kunden präsentiert, und im Fitting-Raum wurden die Looks für die Show erstellt. Dieser Fitting-Raum sollte für die nächsten fünf Tage auch mein Arbeitsort sein. Hier konnte ich Wolfgang und seinem Stylisten über die Schulter schauen. Ich bekam mit, wie sie die Models casteten, die Looks zusammenstellten und die Outfits den jeweiligen Mädchen zuwiesen.

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Während der ersten zwei Tage besuchten uns die Models zum GoSee. Schon kurz, nachdem ein Mädchen den Raum betrat, wurde entschieden, ob es für die Show “taugt” oder nicht. Nach einem “Walk” wurde anschließend ein Foto oder ein Video gemacht. 
Nachdem man sich schlussendlich für 25 Models geeinigt hatte, kam das Fitting dran. Zwei Tage lang erschienen dann die Mädchen zwischen 10.00am und 10.00pm zur Anprobe.Und natürlich arbeiteten wir noch am letzten Tag vor der Wunderkind-Show bis zum Morgengrauen. Wie überall wurden auch bei Wunderkind bis kurz vor Toresschluss noch Teile genäht, Änderungen vorgenommen, Unmengen an Knöpfen angebracht und Looks wurden noch mal ganz fix geändert.
Und auch der große Tag der Show ging dann wieder früh los. Um 8.00am fingen wir an die Outfits erneut zu sortieren, zu nummerieren und für den Transport einzupacken. Während wir –  angekommen in der Showlocation Salle Wagram –  die Looks an den vorgesehenen Stangen aufhingen und den Ankleidehilfen erklärten, worauf sie achten müssen, wurden die Models bereits von dem Make-Up Team frisiert und geschminkt. Nach einigen Minuten Verspätung ging die Show schließlich los.

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Der Raum wurde abgedunkelt und die erhabene Musik mit einem Vorwort von Fassbinder setzte ein. Wir Wunderkind-Mitarbeiter hatten glücklicherweise einen eigenen Block im Saal, damit wir uns die Show live ansehen konnten (was nicht selbstverständlich für Mitarbeiter ist). Hier könnt Ihr Euch übrigens das Video von der Show ansehen. Und was präsentiert uns nun Wolfgang für die nächste Herbstsaison?

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Wir sahen exakt geschnittene Mäntel, die gleichsam aus verschiedenen Anzugstoffen zusammengesetzt und mitunter mit gefärbtem Pelz geschmückt oder kostbar bestickt sind. Häufig wurden diese Mäntel mit zart bedruckten Kleidern kombiniert, die über knielangen Streifen-Leggings getragen wurden. Als Hingucker der Kollektion fungierten Kleider, deren Pailletten das Motiv einer Blütenwiese aufwiesen. Diese Motive habe ich übrigens mitgeholfen zu fertigen.

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Was Wolfgang genau inspiriert hat, könnt Ihr hier ausführlicher im Vogue-Interview erfahren. (Ähnlich wie Miuccia Prada hat sich der “Freigeist” Wolfgang u.a. vom Spirit des Filmrebells Rainer Werner Fassbilder inspirieren lassen…).
Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich bei Wunderkind großartige Einblicke in die Modebranche gewinnen konnte. Insgesamt habe ich dort viel gelernt und Verantwortung übernehmen dürfen,und sicherlich werde ich diese Zeit dort  gern in Erinnerung behalten.
Hier könnt Ihr übrigens auch ein NDR-Interview sehen, wo ich über meine Zeit bei Wunderkind erzähle.

HANNOVER  
 März 7th, 2014

Belinda Gredig & Samuel Acebey im Finale des Bilboost Competitions

 

Auch dieses Jahr erreichen wieder zwei Fahmoda-Designer das Finale des internationalen Bilboost Art & Fashion Competitions in Bilbao. Unter mehreren hundert eingesandten Entwürfen aus der ganzen Welt konnten sich unsere Absolventen Samuel Acebey und Belinda Gredig mit ihren Abschlusskollektionen durchsetzen. Wie vorletztes Jahr ist Acebey gleich in zwei Kategorien (A: Outfit & B: Accessoires) im Finale dabei. In ein paar Monaten wird letztlich von einer hochkarätigen Jury der Gewinner ausgewählt, dem ein Preisgeld von 10.000 Euro winkt. Zum Beratungsteam gehören u.a. die Stararchitektin Zaha Hadid und der Direktor des Fine Arts Museums in Bilbao. Wir sind gespannt …
Die Fahmoda-Absolventin Belinda Gredig gewann bereits den Audi Fashion Award 2012 und bei den letzten Fashion Finals den mit 2000 Euro dotierten Talent-Award für ihre Abschlusskollektion:

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Samuel Acebey gewann ebenfalls 2012 den Audi Fashion Award. Inzwischen arbeitet er als Designer bei Umasan in Berlin.

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