Category: Designer
HANNOVER  
 Dezember 14th, 2015

Alumni Interview mit Ann Sophie Hofmann

 

Ab heute stellen wir Euch einige Monate nach den Fashion Finals 2015 wieder ehemalige Fahmoda-Studenten vor. Wir starten mit unserer Absolventin Ann Sophie Hofmann, die aktuell als Designerin bei René Lezard arbeitet.

Modedesign Student

2014 hast Du beim Audi Fashion-Award für Deine Kollektion “Heads in the Clouds” den ersten Preis gewonnen. Wie ging es dann weiter?

Der Audi Fashion Award war eine tolle Erfahrung für mich. Im Rückblick kann ich sagen, dass sowohl das praktische Arbeiten an meiner Kollektion und das Anwenden meiner an der Fahmoda erlernten Fähigkeiten als auch die direkte Konfrontation mit anderen Wettbewerbsteilnehmern eine gute Vorbereitung für das Berufsleben war. Für mich war es ein gutes Gefühl zu erfahren, dass man sich mit seinen Ideen und seinem Können auch über Hannovers Grenzen hinaus behaupten kann. Außerdem konnte ich neue Kontakte knüpfen, interessante Leute kennenlernen und spannende Shootings mit tollen Fotografen realisieren.

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Dann folgte ja Anfang 2015 Dein Abschluss an der Fahmoda. Welches Feedback hast Du für Deine Abschlusskollektion bekommen?

Ich habe durchweg positives Feedback erhalten. Wobei ich aber auch erwähnen muss, dass ich die Kollektion nicht groß vermarktet habe. Denn nach den Fashion Finals bin ich direkt nach Indien geflogen, um den Kopf frei zu bekommen. Als ich wieder in Deutschland war, habe ich gleich 2 Tage später mein Praktikum bei René Lezard angefangen. Ich konnte jedoch einige spannende Fotoshootings und einen Workshop in Berlin mit meinen Outfits durchführen.

Fashiondesign Fahmoda(Foto by Marian Lenhard)

Schon während Deiner Ausbildung an der Fahmoda hast Du praktische Erfahrungen bei dem Label Closed in Hamburg und bei einem Kürschner gesammelt. Inwieweit nützen Dir heute diese Erfahrungen im Berufsleben?

Grundsätzlich muss ich sagen: Praktika während des Studiums sind ein absolutes Muss. Jeder – wirklich jeder – sollte während der Ausbildung herausfinden, wie der Alltag des Berufs, den man für sich in Erwägung zieht, aussieht. Außerdem kann man nur so erfahren, ob man teamfähig ist und welche Fähigkeiten von einem erwartet werden.

Und wie sah es konkret bei Closed aus?

Ich habe bei Closed viel gelernt. Dort war ich zwischen dem 4. und 5. Semester meiner Ausbildung und hatte daher schon ein gewisses Basiswissen, das ich in dem Unternehmen praktisch anwenden konnte. Außerdem hatte ich bei Closed die Möglichkeit verschiedene Abteilungen kennenzulernen wie Grafik, Technik, Marketing, E-Commerce und Design. Alle diese Erfahrungen halfen mir später bei meinem Start bei René Lezard, da mir fast alle Arbeitsabläufe der Kollektionsentwicklung vertraut waren und ich dadurch schnell selbstständig Aufgaben übernehmen konnte.

Während Deiner Studienzeit an der Fahmoda hat Dich ja  auch Deine Arbeit bei einem Kürschner sehr fasziniert …

Ja bei einem Kürschner habe ich während des Studiums auch ein Praktikum gemacht, da ich immer schon ein Faible für Pelz und Leder hatte. Nach meinem Praktikum durfte ich in dem Betrieb bleiben und das Handwerk des Kürschners von Grund auf lernen. Das war eine tolle Erfahrung. Denn dabei sammelte ich Expertenwissen, das mir heute im Job hilft, Lederqualitäten einzuschätzen und die Qualität von Verarbeitungstechniken bewerten zu können.

Kenpokan_Videoshoot 4

Wie sieht Dein momentaner Tätigkeitsbereich bei René Lezard aus?

Bei René Lezard habe ich ja erst als Praktikantin in der DOB begonnen. Mein Tag war von Technischen Zeichnungen, Fittings, Meetings mit Lieferanten und Zuarbeitungs-Tätigkeiten für die Chefdesignerin bestimmt. Nach wenigen Monaten wurde ich dann in dem Unternehmen fest angestellt. Jetzt als Designerin in der HAKA arbeite ich quasi 1 zu 1 mit dem Chefdesigner zusammen, bekomme eigenständige Aufgabenbereiche und die Möglichkeit volle Verantwortung zu übernehmen.

Wie müssen wir uns einen normalen Arbeitstag von Dir vorstellen?

Mein “normaler“ Arbeitstag beginnt um 9 und endet um ca. 18 Uhr. Oft hängen die Arbeitszeiten aber auch vom Stand der Kollektion ab. Stressig und dementsprechend auch mit Überstunden verbunden ist immer die Zeit der Kollektionsentwicklung, in der die Protos angeschoben werden, Sheets (inkl. Technischer Zeichnungen und Maßtabellen etc.) an Lieferanten rausgeschickt werden uswusf..

Was macht Dir an Deinem Job besonders viel Spaß?
Das Arbeiten im Team – d.h. das Kennenlernen neuer Menschen, sei es bei Gesprächen mit neuen Lieferanten, bei Shootings oder auf Messen.

hairrock(Foto by Pierre Heinemann)

Das Unternehmen René Lezard befindet sich in Süddeutschland in Schwarzach. Wie lebt es sich dort?

Schwarzach ist ein Dorf bei Würzburg, ich mag Würzburg. Es ist eine schöne Stadt und ich fühle mich dort wohl. Allerdings bin ich an Wochenenden eher selten dort, denn ich besuche meistens meinen Freund, meine Familie oder Freunde.

Worauf müssen sich Deiner Meinung nach junge BerufsanfängerInnen beim Einstieg in die Modebranche einstellen?

Man muss ganz klar unterscheiden zwischen der Selbstständigkeit und dem Einstieg in ein Unterehmen. Ich kann nur letzteres bewerten… Insgesamt ist aber das Zwischenmenschliche in der Modebranche sehr, sehr wichtig. Wenn du kommunizieren kannst, dich mit deinem Team gut verstehst und hilfsbereit bist, dann hast du schon viel gewonnen. Am Anfang darf man sich nicht entmutigen lassen, auch wenn man anfangs öfter die nicht so attraktiven Aufgaben wie Kopieren oder Botengänge “aufgebrummt” bekommt. Allerdings sollte man auch deutlich zeigen, dass man mehr kann und an verantwortungsvollen Aufgaben interessiert ist. Die Devise lautet: Initiative zeigen, seine Ziele deutlich machen und sie dann verwirklichen.

Welche Eigenschaften brauchen die AnfängerInnen Deiner Ansicht nach, um erfolgreich als ModedesignerInnen zu arbeiten?

Eigenschaften wie Kreativität, Durchhaltevermögen, Belastbarkeit, Eigeninitiative, und Zielstrebigkeit sind unabdingbar.

Wie bewertest Du im Rückblick Deine Ausbildung an der Fahmoda?

Die Fahmoda schafft den großen Sprung zwischen dem Erlernen des Schneiderhandwerks und dem Wissen über die Modeindustrie. Und das innerhalb von nur 3 ½ Jahren. Für mich war die Ausbildung das Richtige, da ich nicht bereit war, vor einem Studium erst noch eine Schneiderlehre zu machen. Gut finde ich auch, dass Studenten ermutigt werden sowohl an nationalen als auch internationalen Wettbewerben teilzunehmen.

Was würdest Du heute jüngeren Modedesignstudenten empfehlen?
Praktika zu machen und Kontakte zu knüpfen.

Und wo siehst Du Dich in der Zukunft?

Ich werde als Designerin in verschiedenen Modeunternehmen weitere Erfahrungen sammeln. Auf jeden Fall bin ich gespannt, was mich noch erwartet, und ich bin froh diesen ersten Weg in Richtung Mode zusammen mit der Fahmoda gegangen zu sein.

HANNOVER  
 November 11th, 2015

Designachten – Weihnachtsmarkt der Designer und Kreativen

 

banner-Designachten-2015

Zum 6. Mal findet am 12. und 13.12. Designachten – der Weihnachtsmarkt der Designer und Kreativen – im SofaLoft statt. Dort erwartet Euch von Skateboardgarderoben, Lampenschirmen, Interior-Design, über Independent-Comics, Postern bis hin zu Schmuck und Taschen eine bunte Auswahl individueller Designunikate.

Poster

Ganz nach dem Motto “Support your Local Heroes”, kommen die meisten Aussteller aus dem Raum Niedersachsen und beweisen, wie Messeleiterin Sandra Strüber feststellt, “dass die Region Hannover ein guter Ort für kreatives Arbeiten ist.”

Modedesign Edda

Neu in der Hannoveraner Designszene ist auch unsere Absolventin Edda Wielert . Mit ihrem jüngst gegründeten Label „SCHØN“ bietet sie erstmalig auf dem Markt ihre stylischen Accessoires an. Vorbeischauen lohnt sich!

HANNOVER  
 September 1st, 2015

Hannovers Busfahrer in Fahmoda Röcken

 

Schon häufig haben unsere Studenten Männer in Röcken über die Laufstege geschickt. Zuletzt beeindruckte auf den Fashion Finals 2015 unser Absolvent Sebastian Wilke mit einer avantgardistischen Herrenkollektion das Publikum. Seine männlichen Models trugen neben unkonventionellen Formen und Farben ganz selbstverständlich auch Kleider und Röcke (siehe hier).

Sebastian

Die Themen Crossdressing und Gender-Bending sind heute in der Fashionbranche kaum noch wegzudenken. Jean Paul Gaultier, Marc Jacobs, Rick Owens, Gareth Pugh, Vivienne Westwood … die Reihe der ModedesignerInnen ließe sich ewig fortsetzen, die immer wieder versuchen den Herren das Tragen von Röcken schmackhaft zu machen. Die Männer auf der Straße allerdings konnten sich bisher mit den fancy Ideen der Couturiers kaum identifizieren. Doch das ändert sich ja vielleicht jetzt. Ein wirkungsvolles Signal Richtung Gender-Crossing kommt nämlich ausgerechnet von der bodenständig erscheinenden Üstra. Die Bus- und Bahnfahrer der Hannoveraner Verkehrsbetriebe tragen nämlich nicht nur Hemden, Jacken und Pullover made by Fahmoda (siehe hier), sondern sie bedienen sich jetzt auch in der Garderobe der Frauen. Sie treten in Röcken auf. Die Bus- und Bahnfahrer in Damenkleidung wollen mit dieser Werbeaktion darauf aufmerksam machen, dass der Frauenanteil bei der Üstra bis zum Jahr 2022 gesteigert werden soll.

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Ein männlicher “Rock-Vorreiter” der Verkehrsbetriebe ist Sebastian Wolf. Er wurde vor einer Woche von Spiegel.online danach befragt, wie es sei einen Rock zu tragen: “Es ist eine crazy Idee, Männer in einen Rock zu stecken. Wir sind in Hannover Gesprächsthema Nummer eins”, sagt der 32 jährige Stadtbahnfahrer. “Wenn es einen richtig modischen Rock für Männer geben würde… dann würde ich zu 80 Prozent Ja sagen. Bei der Arbeit werde ich ihn auf jeden Fall anziehen, solange es das Wetter zulässt. Man kann den Rock mit Stolz tragen.” Vielleicht gelingt es ja nun Wolf und seinen Kollegen einen Wandel in der Männermode zu forcieren …

(Foto via Spiegel.online)