Category: Designer
HANNOVER  
 September 14th, 2014

Praktikum bei Jill Stuart in New York

 

by Clara Siegenthaler

Vor kurzem bin ich erst aus New York von der Fashion Week zurückgekehrt. Dort habe ich in knapp drei Monaten eine unglaublich lehrreiche Zeit bei der Modedesignerin Jill Stuart verbracht. Mein Arbeitsplatz lag direkt im Fashion District Manhattens, am Times Square.

Clara

Während meiner Zeit bei Jill Stuart habe ich verschiedene Einblicke in das komplette Unternehmen bekommen, da das Label mit ungefähr 30 Mitarbeitern doch noch relativ klein ist. Bekannt wurde die Designerin übrigens in den 90ern mit ihren Outfits für den Film Clueless.

Clueless-movie-22
Während meiner Praktikumszeit bei dem Label habe ich mitbekommen, wie das Team mit der Inspirationssuche und Kollektionsentwicklung begonnen hat, die Entwürfe entworfen und in Produktion gegeben und schließlich die Show und Showroomevents geplant hat. Für die Spring-/Summercollection, die ihr jetzt schon auf style.com sehen könnt, waren die Inspirationen die 70er Jahre und Marokko. Sobald die Entwürfe dann von Jill abgesegnet wurden, ging es weiter in die Schnittentwicklung.
Der sogenannte „First-Sample-Maker“ entwickelt den Schnitt und schneidet zu. Anschließend wird der Schnitt inklusiver Stoffproben nach China gesendet und dort genäht. Sobald Schnitt und „First Sample“ wieder in New York sind, wird ein Fitting durchgeführt, anschließend der Schnitt geändert und wieder zurück nach China gesendet. Dieses Procedere wiederholt sich dann so oft, bis das Kleidungsstück perfekt sitzt und in die Produktion gehen darf. Allerdings werden die Kleider für die Fashion Show alle im New Yorker Atelier von Näherinnen gearbeitet. Währenddessen ist die Produktion mit dem Verschiffen beauftragt und auch ebenfalls mit der Erstellung der “Consumption” (exakte Berechnung für den Stoffverbrauch eines Kleidungsstückes) beschäftigt.
Mein Aufgabenbereich war sehr vielfältig. Ich habe verschiedene Illustrationen/Entwürfe in Photoshop erstellt, Flyer in InDesign für die Showroom Besuche in Mailand und Paris gestaltet, aber natürlich habe ich auch Botengänge erledigt, die mich teilweise durch ganz Manhattan führten und nicht zu vergessen: es gab auch den typischen Besuch bei Starbucks, wo ich den Damen das tägliche Kaffeepäuschen versüßen durfte, wie wir es ja schon aus „Der Teufel trägt Prada“ kennen. Aber ich durfte auch verschiedene Näharbeiten erledigen, viel am PC mitarbeiten und an den Fittings mitwirken. Außerdem bekam ich Einblicke in die strategischen Planungen des Modemanagements rund um den Verkauf, die Kostenkallkulation und die notwendige Vermarktung in sozialen Netzwerken oder in interessante Gespräche rund um die Werbeplanung.Die Outfits von Jill Stuart sind stets sehr tragbar und an aktuellen Trends orientiert. Da ich leider keine Bilder während der Fashionshow machen durfte, habe ich hier nun ein paar Impressionen von der aktuellen Kollektion via Style.com für Euch:

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Letzten Endes bin ich unglaublich dankbar für diese wertvollen Erfahrungen, die ich bei Jill Stuart machen konnte. Auch wenn es in stressigen Phasen nicht immer nur ein “Zuckerschlecken” war, habe ich doch einen sehr umfangreichen Einblick in die Welt der Fashionbranche bekommen.

HANNOVER  
 September 9th, 2014

27.-28.9. Ausstellung & Fashionshow im Künstlerhaus

 

Ausstellung

Am Samstag, den 27.9. von 14 – 17 Uhr, zeigen unsere Studenten ihre Modelle zum Thema Eco Fashion als Walk Acts in der Design-Ausstellung im Künstlerhaus. Das Künstlerhaus Hannover beschäftigt sich in diesem Jahr mit dem Sonderthema “Upcycling”: Aus alt mach neu. Unter dem Aspekt der Ressourcenschonung und Vermeidung von Abfällen zeigen verschiedene Künstler, wie man Resten und Abfall einen neuen Glanz geben kann. Taschen aus Stoffen, die aus alten Ton- oder Filmbändern gewebt werden, Schmuck aus den Kugeln von Deorollern, Gewänder aus Übriggebliebenem oder Gebrauchtem, nach alter buddhistischer Tradition oder „very stylisch“ von unseren jungen Modedesignern. Kommt uns besuchen, wir freuen uns auf Euch!

Show

HANNOVER  
 August 27th, 2014

Verhängnisvolle Spiralen & Kreise

 

Im Rahmen des Naturprojekts des 2. Semesters hat sich unsere Studentin Jule Räsch mit Kreisstrukturen beschäftigt. Wohin wir auch schauen, überall begegnen wir dem wiederkehrenden Motiv des Werdens und Vergehens. Der Kreislauf ist schlichtweg das Grundprinzip in der Natur, aber auch in zahlreichen Kulturen und nicht zuletzt im Modedesign. Denn die Mode greift “immer wieder auf frühere Formen zurück, so daß man ihren Weg direkt mit einem Kreislauf” vergleichen kann, schreibt Georg Simmel bereits 1905 in seinem Essay über die Philosophie der Mode. Doch der Kreis kann auch in Spiralen gewunden zu Schwindel und Taumelzuständen führen. So fungiert die Spirale im Manga “Uzumaki – Spiral Into Horror“ von Junji Ito als Symbol für verwirrende Wiederholungen und Irreführungen.

Manga

Von diesem Manga hat sich Jule Räsch für ihre Kollektion inspirieren lassen. Neben runden Formensprachen, die das zyklische Prinzip widerspiegeln, zitiert sie in ihrer Arbeit auch die in diesem Anime dargestelle Ästhetik der Schuluniformen.

Jule

Außerdem greift sie das zyklische Prinzip auf der Materialebene auf. So recycelt sie beispielsweise alte Kronkorken und Plastiktüten. Hier seht Ihr die Fotos, die Jule im Anschluss an das Naturprojekt in unserem Fotoworkshop (in Kooperation mit den vierfotografen) selbst geschossen hat:

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