Category: Designer
HANNOVER  
 Juli 20th, 2016

Mode aus Fahrradschläuchen & Glühbirnen

 

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Winnie Janke hat sich im Rahmen des Semesterprojekts “Architektur/Natur” Gedanken über den Kreislauf der Natur, Vergänglichkeit und Wiedergeburt gemacht. Ihr avantgardistisches Outfit besteht aus recycelten Fahrradschläuchen, die sie sich aus einer Fahrradwerkstatt besorgt hat. Die zusammengenähten schwarzen Schläuche sorgen für einen fransig wirkenden Lamellen-Look, der etwas organisch Morbides, Düsteres hat. Kontrastierend kommen am Rücken recycelte, silber gefärbte Glühbirnen ins Spiel, die für Leben, Licht und Vitalität stehen. Sie geben dem Entwurf etwas Spaceiges. Ihr Outfit hat Winnie später selbst fotografisch in Szene gesetzt.

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HANNOVER  
 Juli 6th, 2016

Einblicke ins Fashion-Business – Als Einkäuferin auf der Berlin Fashionweek

 

By Julia Häußler

Bright

Seit Beginn meines Modedesign-Studiums an der Fahmoda war ich schon öfter als akkreditierte Studentin oder als Hostess auf den Schauen und Events der Berlin Fashionweek dabei. Dieses Jahr besuchte ich aber als Einkäuferin eines Modeunternehmens die Berliner Mode-Messen. Meine Aufgabe bestand darin nach interessanten Labels für meine Kunden Ausschau zu halten. Am Dienstag begann meine Tour durch die verschiedenen Messen beim Sneaker Spot, der sich direkt auf dem Gelände der BRIGHT und SEEK befand.

sneaker spot

Hier begeisterte mich Henriette Wagener von SOLEclusive, die Turnschuhe auf Bestellung individualisiert und auch beschädigte Exemplare repariert. Fast eine Stunde lang erklärte sie mir und einer Kollegin die unterschiedlichen Materialien und Veränderungsmöglichkeiten von Sneakern. Danach stöberte ich durch die diversen Stände auf der BRIGHT. Besonders dominant waren dort die sportlichen Skater- und Surfer-Looks vertreten. Trendmäßig geht es weiter Richtung Camouflage, Military und ganz klar bleibt in diesem Sektor nach wie vor die Bomberjacke als beliebtes Must-Have erhalten, das in diversen Stoff-und Materialqualitäten angeboten wird. Mir fiel auf, wie ich als Einkäuferin von den Ausstellern überaus freundlich und aufmerksam behandelt wurde, während ich in der Vergangenheit auf den Messen als “nur Modestudentin” weniger beachtet wurde. Nach der BRIGHT ging es zur SEEK, die als “Berlin’s most progressive contemporary fashion trade show” beworben wird.

Seek

So kam mir die Messe auch vor. Labels aus Südkorea waren hier besonders spannend vertreten – wie etwa mit Vantvaart oder Used Future. Mein Sonnenbrillen-Favorit hieß Caliph Ash. Für Fans des skandinavischen Designs kann ich auch Drink Beer Save Water empfehlen. Das Label Daily Paper fiel mir mit seinen interessanten Denim-Kollektionen auf.

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Besonders sympathisch kamen auf mich auch die Jungs von dem italienischen Label Bonsai rüber. Hoch motiviert erklärten sie mir, wie intensiv sie sich für ihre Kollektionen mit der Auswahl und Produktion von Stoffen und Strukturen beschäftigt haben.

Haptik

Auch der PREMIUM-Messe statte ich am Dienstag einen Besuch ab. Dort fand ich aber für den Kunden d.h. das Geschäft, für das ich arbeite, weniger spannende Anbieter. Außerdem erschien mir hier die geschäftliche Atmosphäre kühler und routinierter.

premium
Doch egal auf welcher Messe ich war – immer wieder konnte ich feststellen, dass über allen Gesprächen, die ich mit den Ausstellern führte, das Thema “Brexit” schwebte. Viele Labels konnten bereits wenige Tage nach dem Votum der Briten einen deutlichen Unterschied in der Ordermenge im Vergleich zum Vorjahr (bzw. zur vorherigen Saison) erkennen. Und eine Reihe Aussteller wagten bereits besorgte Prognosen hinsichtlich der Investitionsbereitschaft der Einkäufer und letztendlich der Kunden im Einzelhandel.

mit Rike Henties

Am Mittwoch war ich mit einer Freundin – Rike Henties, Fahmoda Absolventin von 2014 – verabredet. Zu Zweit besuchten wir die FashionTech-Veranstaltung auf der Premium. Dort gab es ein Rahmenprogramm mit Exponaten und Vorträgen zum Schwerpunkt Mode und Technik. Viele vorgestellten Informationen kannte ich allerdings auch schon aus dem Studium und einige präsentierten Kleider, die sehr experimentell wirkten und mit spielerischer LED-Technik ausgestattet waren, erinnerten uns auch stark an verschiedene Studenten-Arbeiten aus der Fahmoda (vgl. z.B. hier und hier). Die FashionTech-Vorträge waren zwar informativ.

Fashiontech

Mitunter fiel uns aber auf, dass sich dabei viele Vertreter und Firmen in erster Linie selbst vermarkteten, wohingegen wissenschaftlich-kritische Ansätze und Diskussionen zum Thema Mode und Technik kaum vorkamen. Später besuchten wir auch den Green Showroom. Obwohl dort einige Ecofashion-Anbieter weiterhin auf das Image “Ökomode” als Look der rostbraunen und moosgrünen “Sackkleider” setzten, fand ich hier auch einige coole Labels, die modern und innovativ wirkten.

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Abends besuchte ich mit meinen Freunden und Arbeitskollegen eine Release-Party der Streetwear Marke OPM in Berlin-Mitte, wo wir bei guter Musik und fancy Craft Beer feierten und die Fashionweek-Arbeitstage ausklingen ließen. Insgesamt war es für mich eine sehr spannende Erfahrung, die Messen einmal nicht von der “kreativen”, sondern als Einkäuferin vor allem von der “geschäftlichen” Seite erleben zu können.

(Fotos via Häußler/Premium/SEEK)

HANNOVER  
 Juni 10th, 2016

Dressed Underground – Show mit HOERTINGERSOLAK & ACBY

 

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Im Rahmen der Hannoveraner mUSE INSPIRATIONSWEEK veranstaltet das Untergrundatelier Elfie & Ignaz am 18.6. die DRESSED UNDERGROUND – Fashion Show. Als Highlight stellen sich dort zwei Labels unserer Absolventen vor: HOERTINGERSOLAK und ACBY. Musikalisch wird die experimentelle Show von Olivia und ihrer Band unterstützt. Außerdem gibts leckere Cocktails und kulinarische Köstlichkeiten. Ab 18 Uhr geht die Fashion-Party im Kelleratelier in der Oberstraße 8 los. Eintritt: 5 Euro, SchülerInnen/StudentInnen 3,50 Euro.

ACBY