Category: Designer
HANNOVER  
 November 1st, 2016

23.11. Mode-Körper-Raum – Vortrag im Kunstverein Hannover

 

“Stretch” lautet der Titel der Ausstellung der Künstlerin Alexandra Bircken, deren skulpturale Werke seit dem 1.10. in einer umfassenden Werkschau im Kunstverein Hannover präsentiert werden. Das Experiment mit dem Material sowie der Körper als Ausgangspunkt sind grundlegende Parameter der Arbeit von Alexandra Bircken. Viele ihrer Werke lassen sich an der Schnittstelle von Mode und Kunst verorten. Einige figurative Arbeiten setzt die Künstlerin, die zuvor ein Modedesign-Studium am St. Martins College in London absolviert hat, auch in Beziehung zu Technik und Maschinen. Dabei hinterfragt Bircken die Dominanz- und Schutzbehauptung von Motorradkleidung,-rädern oder Waffen, die sie zerschneidet und zersägt.

Bircken

Am 23.11. wird unsere Modetheorie-Dozentin Catharina Rüß in einem Vortrag mit dem Titel “Mode-Körper-Raum” besonders auf die verschiedenen Bedeutungen der Motor- und Lederkleidung eingehen, auf die sich Bircken vielfach mit ihrer Kunst bezieht. Kaum ein Material der Mode wird so stark mit Maschinen, Kraft und martialisch erscheinenden Machtapparaturen konnotiert wie Leder. Besonders der Lederjacke werden seit dem Auftreten der ersten Motorsportler und Kampfpiloten zu Beginn des 20. Jahrhunderts bestimmte Vorstellungen zugeschrieben, die sie zum einen als eine sinnlich-weiche ’zweite Haut’ und zum anderen aber auch als härtende Rüstung zu etwas Besonderem machen. Nicht zuletzt gilt die Lederjacke bis heute als Kleidungsstück der Coolness par excellence. Im Vortrag soll gezeigt werden, wie die coole Wirkung der Lederjacke bereits in den Zwanziger Jahren über die Darstellung spezifischer Körperpräsentationen und Bekleidungspraktiken in bestimmten Räumen und Kontexten konstituiert wird. Gleichzeitig wird mit Blick auf verschiedene Jugend- und Subkulturen des 20. Jahrhunderts verdeutlicht, wie mit der Lederjacke das Konzept der Coolness immer wieder neu im Spannungsfeld der Kategorien ’widerständig’ und ’angepasst’, ’männlich‘ und ’weiblich‘ verhandelt wird.

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Rund um die Ausstellung finden viele weitere Workshops, Führungen und Vorträge statt, siehe hier.
Und hier gibts ein spannendes Interview mit Alexandra Bircken:



HANNOVER  
 Oktober 13th, 2016

Ausstellung The Space Between Us

 

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Letztes Wochenende – vom 7.-9. Oktober – konnten wir im neu renovierten Ausstellungsraum des Workshop e.V. Hannover die Ausstellung THE SPACE BETWEEN US bewundern. Unsere Absolventin Lisa van Wersch hat gemeinsam mit unserer Studentin Julia Hollnack eine grandiose Schau zusammengestellt, die im Spannungsfeld zwischen Kunst, Design und Mode verortet war. Beide Frauen lernten sich während ihres Modedesignstudiums an der Fahmoda kennen. Und Beide verbindet eine gemeinsame Vorstellung von Ästhetik.

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In regelmäßiger Zusammenarbeit lassen sie Objekte entstehen, die als feinsinnige Kommentare zu aktuellen Schönheitsnormen und Fragestellungen verstanden werden können, und die die herkömmlichen Sehgewohnheiten in Frage stellen und irritieren. So reflektierten die in der Ausstellung gezeigten Arbeiten die Beschäftigung mit dem Thema Intimität.

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In ihrer Zusammenstellung komplettierten sich die einzelnen Exponate zu einer Art Gesamt-Installation und provozierten eine Auseinandersetzung mit den Aspekten Körper und Erotik, Nähe und Distanz. Mit unterschiedlichen Fotografien, Collagen, Porzellan-Skulpturen, Textilobjekten, Live-Performances und Geräuschinstallationen (wie einem akustischen Kissen, vgl. Foto) spürten Hollnack und van Wersch der Frage nach: „Wer bin ich, wer bist du, wer sind wir?“ Dabei bestachen Hollnacks und van Werschs oftmals pur und abstrakt wirkende Objekte nicht nur durch einen hohen Design-Anspruch und eine sinnliche Materialität, sondern auch durch eine hohe emotional geladene Doppeldeutigkeit.

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So wiesen etwa weiße Porzellan-Skulpturen von intimen Körperteilen einerseits auf das Moment der Verletzlichkeit und Individualität andererseits aber auch auf das Moment der Entindividualisierung im Bereich der Sexualität hin. Zudem wurde beim genaueren Betrachten der einzelnen Werke  deutlich: Überall erwarten einen im Augenblick der Entgrenzung nicht nur Lebendigkeit, Intimität, Nähe und Geborgenheit, sondern gleichzeitig auch Verletzlichkeit, Ekel, Dystopie und Tod.

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(Fotos u.a. by Marta Krajinovic)

HANNOVER  
 Juli 27th, 2016

Couturige Poesie mit Leuchteffekten

 

Poesie

Während sich im Zusammenhang des Semesterprojekts “Architektur/Natur” einige Studierende mit futuristischen Formen und Materialien beschäftigt haben, ging Regina Ahmadi einen verträumteren Weg. Um Licht und Schatten, um das Sich-Zeigen und Verstecken, um Maskenspiele, Nostalgie, persönliche Schönheit und Poesie geht es in ihrer Arbeit.

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Vorlagen dafür fand sie bei Silhouetten und Dekorationen kostümhistorischer Kleider. So ist das Architektonische bei Reginas Entwurf vor allem in dem weiten, mit Draht unterlegten Tellerrock und in der aus Dekosteinen gefertigten Korsage sichtbar.

LED Modetechnik

Das Thema Natur findet sich wiederum in den floralen Lochmustern des Kleides wieder. Wie Glühwürmchen wirken dann die im Kleid eingebauten LEDs, die unter den Cut-Outs leuchten.

LED Fashiontech