Am 27. Mai werden die Kunstfestspiele Herrenhausen mit einer Couture-Show von Vivienne Westwood eröffnet. Ihre theatralischen, extravaganten Entwürfe treffen auf klassische Barockmusik. Im pittoresken Ambiente der Herrenhäuser Gärten inszeniert der Regisseur Ludger Engels eine ganz besondere Performance für Augen und Ohren. Musik vereint sich mit Mode. So schreiten die Models zu den Klängen des “Semele”-Oratoriums von Georg Friedrich Händel den Laufsteg entlang. Das barocke Lebensgefühl ist durch Üppigkeit, Spiel, Überschwang und Prachtentfaltung gekennzeichnet – Merkmale die auch Westwoods Mode auszeichnen. Entgrenzung, Extreme und Rausch erweisen sich als wesentliche Elemente, die im Grunde integrale Bestandteile vieler Prozesse in unserer Gesellschaft sind. Vor diesem Hintergrund lautet auch das Motto der diesjährigen Kunstfestspiele “Entfesselte Welten”.

Vom 27. Mai bis zum 19. Juni werden rund 30 künstlerische Veranstaltungen in den barocken Gärten stattfinden. Zum Beispiel verwandelt sich die alte Orangerie zu einem Festival-Kino, in dem ausgewählte Filme wie Fritz Langs kürzlich restaurierter Film Metropolis in Begleitung mit passender Musik gezeigt werden. Das ganze Programm findet Ihr hier.
by Mareike Wehrmann

Vor ein paar Wochen sind wir von unserer Paintingdozentin auf eine Vernissage eingeladen worden. In einem recht kleinen Raum wurden die Werke von dem Künstler Leszka Warmbiera ausgestellt. Seine Bilder zeichnen sich durch eine sich wiederholende Farbpalette und abstrakte Motive aus. Es gab Wein und Piernik, eine polnische Spezialität, die durch Nikolaus Kopernikus bekannt wurde, eine Art von Lebkuchen. Und sogar der Künstler selbst gesellte sich später zu uns und erklärte uns auf Polnisch, was seine Gefühle und Absichten waren, die sich hinter seinen Werken verbargen. Leider konnten wir aufgrund unserer Anfänger-Sprachkenntnisse nicht alles verstehen, aber der Mann wirkte sehr sympathisch. Später wurde uns vieles aber auch zum Glück übersetzt. Unsere liebsten Bilder waren “the roadtrip”, “the secret” und “impuls”. Alles in allem war es ein sehr schöner und gelungener Abend.

by Silvia Kreil

Als Hommage an die Japanische Avantgardemode ist die derzeitige Ausstellung im Münchner Haus der Kunst zu verstehen – und das zu Recht. Japanische Mode setzt Maßstäbe. Sie stellt die westlichen Vorstellungen von Schönheit in Frage und definiert sie neu. „Wabi-sabi“ ist dabei ein Schlagwort, das einem immer wieder zu Ohren kommt. Es bedeutet die Schönheit unvollkommener, vergänglicher, unkonventioneller Dinge. „Wabi-sabi Mode“ steht dem, was gemeinhin als guten Geschmack bezeichnet wird, gleichgültig gegenüber. Man provoziert und akzeptiert den Verfall und hat den Mut zu seltsamen, schrägen, unhandlichen Entwürfen. Die Gründerin des Labels „Comme des Garcons“ Rei Kawakubo formulierte es einmal so: „Nicht was zuvor gesehen wurde, nicht was zuvor wiederholt wurde; stattdessen neue Entdeckungen, die in die Zukunft blicken, die befreit und lebendig sind.“ Dieses japanische Designprinzip kann jetzt jeder im Haus der Kunst in München betrachten. Dort sind neben dem berühmten „Lumpenkleid“ und weiteren Entwürfen von Rei Kawakubo, Yohji Yamamoto und Issey Miyake auch die jungen Avantgardisten Japans vertreten. Diese orientieren sich, im Gegensatz zu der früheren Generation, verstärkt am japanischen Streetstyle und der Popkultur. Aber egal aus welcher Generation sie auch kommen – Japans Modedesigner setzten Trends.