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HANNOVER  
 Juni 10th, 2016


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Im Rahmen der Hannoveraner mUSE INSPIRATIONSWEEK veranstaltet das Untergrundatelier Elfie & Ignaz am 18.6. die DRESSED UNDERGROUND ÔÇô Fashion Show. Als Highlight stellen sich dort zwei Labels unserer Absolventen vor: HOERTINGERSOLAK und ACBY. Musikalisch wird die experimentelle Show von Olivia und ihrer Band unterst├╝tzt. Au├čerdem gibts leckere Cocktails und kulinarische K├Âstlichkeiten. Ab 18 Uhr geht die Fashion-Party im Kelleratelier in der Oberstra├če 8 los. Eintritt: 5 Euro, Sch├╝lerInnen/StudentInnen 3,50 Euro.

ACBY

HANNOVER  
 Mai 31st, 2016


Am 21. Mai fand im Musikzentrum der Hannoveraner Nordstadt zum ersten Mal das Freaky Fashion Festival statt. Den ganzen Tag lang pr├Ąsentierten rund 30 aus Hannover stammende DesignerInnen ihre Entw├╝rfe, die von eleganter Abendmode ├╝ber l├Ąssige Streetwear bis hin zu Lingerie reichten.

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Zu den ausstellenden ModemacherInnen z├Ąhlten auch zahlreiche Kreative aus dem Hause Fahmoda. Neben ausgefallenen Styles spielte auf dem Festival au├čerdem der Faktor Nachhaltigkeit eine gro├če Rolle.

Franziska

(Franziska F├╝llgraf/Oxymoron)

Einige Labels wie etwa Clara Siegenthaler oder Oxymoron boten lokal produzierte Mode aus ├Âkologischen Stoffen an. Und im Super Fashion Rainbow Camp wurde den BesucherInnen gezeigt, wie sie selbst T-shirts ohne die Produktion von Abf├Ąllen herstellen k├Ânnen. Zwischendurch fanden in regelm├Ą├čigen Abst├Ąnden kurze Fashionshows statt.

Sam

(Sam Acebey/ACBY)

Dass nicht nur die Ausstellenden, sondern auch die BesucherInnen des Freaky Fashion Festivals einen besonderen Sinn f├╝r Mode besa├čen, beweisen nicht zuletzt die Streetstyle-Fotos der GGSisters f├╝r die HAZ.

Mode Freaky(Fahmoda Studentin Nayara)

Alisa

(Alisa Schulze)

Hier geht es zum Artikel der HAZ, in dem auch drei unserer AbsolventInnen ÔÇô Alisa Schulze, Samuel Acebey und Clara Siegenthaler ÔÇô vorgestellt werden.
(Fotos u.a. via HAZ)

HANNOVER  
 Mai 19th, 2016


Sam

Vor drei Jahren hat Samuel Acebey sein Studium an der Fahmoda Akademie beendet (seine Abschlusskollektion siehe hier). Danach zog es ihn nach Berlin, wo er zwei Jahre lang bei UMASAN als Designer angestellt war. Inzwischen baut er neben seiner T├Ątigkeit als freier Designer sein eigenes Label ACBY auf. Auf dem Freaky Fashion Festival wird er erste Outfits seiner Kollektion pr├Ąsentieren. Wir haben Acebey nach seinen Vorstellungen und Visionen befragt…

Wof├╝r steht ACBY? ACBY steht als stilistische Ableitung meines Namens im Grunde f├╝r mich und meine Ideen von Design und Zeitgeist. Meine Inspirationen sch├Âpfe ich aus vielen verschiedenen Momenten in meinen Leben: historische Geschehnisse oder aus divergierenden Kunststr├Âmungen. Mode bedeutet f├╝r mich vor allem Leidenschaft, die damit verbunden ist, stets neugierig zu sein und sich immer wieder neuen Aufgaben zu stellen. Gute Mode ist ein Ausdruck von Kreativit├Ąt, Innovation und Zeitgeist. Bei meinen Arbeiten achte ich aber auch auf eine qualitativ hochwertige Verarbeitung. Wertigkeit und ├ästhetik zeigen sich nicht nur im Design, sondern auch in der Art und Weise der Produktion und in den verwendeten Materialien.

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Was ist das Besondere an Deiner Mode? Ich denke das Besondere ist meine Liebe zum Detail und die hochwertigen, alltagstauglichen Materialien. Meine Affinit├Ąt zu Stickereien mit Perlen und anderen Deko-Elementen geben dem sportivem Design einen Hauch Couture. Ich arbeite gern gr├Â├čen├╝bergreifend und h├Ąufig nach dem Zero Waste Prinzip.

Produzierst Du alles selbst? Nein, ich produziere nur die Jersey-Artikel in meinem Atelier in Berlin selbst. Durch meine 2-j├Ąhrige Berufserfahrung bei Umasan in Berlin, habe ich meine Affinit├Ąt zu sportlichen Materialien entdeckt. Das Tailoring wird in einer h├╝bschen, kleinen Manufaktur in Hannover mit gro├čem handwerklichen Geschick von einer guten Freundin und Meisterin umgesetzt. Eine nachhaltige, lokale Produktion ist daher f├╝r mich kein Herausstellungsmerkmal mehr, sondern eine Selbstverst├Ąndlichkeit, die sich heute jedes Label auf die Fahne schreiben sollte.

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Wer sind Deine Kunden? Die Kundinnen meiner Kollektion leben ein Leben voller Vielfalt und Abwechslung. Es sind urbane Kosmopolitinnen, die sich ├╝berall auf der Welt zu Hause f├╝hlen. Multikulturell und weltoffen, ohne sich den Kopf ├╝ber traditionelle Rollen zu zerbrechen. Sie sind optimistisch, selbstbewusst und haben Vertrauen in ihr K├Ânnen. Sie lieben L├Ąssigkeit, und ihr Look ist eine Kombination aus dem Oversized-Boyfriend-Style, romantischen, verspielten, femininen Details und einem Hauch RockÔÇÖnÔÇÖRoll.

Wo kann man Deine Outfits erwerben? Ich bin dabei den Markt f├╝r mich weiter zu erforschen. Gerade baue ich meine Homepage auf. Man wird dann auch dort im Online Shop limitierte Kollektionsteile erwerben k├Ânnen. Aber ich werde auch ├╝ber Messen an Stores herantreten, die meine Kollektionen bestellen und oder auf Kommission aufnehmen. Au├čerdem biete ich meine Kollektion auf Sonderveranstaltungen wie jetzt z.B. beim Freaky Fashion Festival oder beim Dressed Underground Event im Juni an.

Du lebst inzwischen in Berlin. Wie beurteilst du vor diesem Hintergrund das Konzept “Fashion born in HannoverÔÇť? Zun├Ąchst einmal hat in Deutschland die Mode generell einen schweren Stand, was sich auch in den seit Jahren zur├╝ckgehenden M├Ąrkten widerspiegelt. In Berlin – der sogenannten Modehauptstadt von Deutschland – wird viel f├╝r Mode unternommen. So zieht es aber auch sehr viele Designer in diese Stadt und der ohnehin ├╝bers├Ąttigte Markt wird noch mehr strapaziert. Nur Brands mit ausreichendem finanziellen Background haben m. E. die M├Âglichkeit wirtschaftlich eher schwierige Zeiten zu ├╝berbr├╝cken. Viele Labels werden gegr├╝ndet, aber sind auf einmal auch wieder weg vom Fenster. Um Hannover mehr als Fashionstandort zu etablieren, ben├Âtigt man meiner Meinung nach definitiv die Unterst├╝tzung der Landeshauptstadt. Ansonsten w├╝rden sich die Anstrengungen und Bem├╝hungen der bisherigen Initiatoren vermutlich tot laufen: sei es in Form von Zur-Verf├╝gungstellung von R├Ąumlichkeiten, finanzieller Hilfe oder Sonderprogrammen seitens der Kreditgeber bzw. ortsans├Ąssigen Kreditinstituten. Auch Unternehmen, die als Hauptsponsoren auftreten k├Ânnten, m├╝├čten st├Ąrker mit ins Boot geholt werden. Alles in Allem ben├Âtigt man neben einer guten Darstellung auch einen langj├Ąhrigen Atem, da sonst alle M├╝hen keine Fr├╝chte tragen w├╝rden. Z. B. w├╝rde Berlin ohne die Fashion-Week und Mercedes Benz als Hauptsponsoren ein wichtiger und notwendiger St├╝tzpfeiler fehlen. Das alles ist ein sehr komplexes Thema.

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Du hast ja in Hannover an der Fahmoda Deinen Abschluss gemacht. Was hat Dir an der Ausbildung besonders gefallen? Die Doppel-Ausbildung an meiner Modeschule hat die Art, wie ich entwerfe, ma├čgeblich gepr├Ągt. Das Ma├čschneiderhandwerk, was uns w├Ąhrend des Studiums durchgehend begleitet hat, versetzt mich immer wieder in die Lage, die handwerkliche Umsetzung eines Designs zu realisieren. Die Kombination aus Design und Handwerk hat mir schon w├Ąhrend der Ausbildung sehr gut gefallen und war mir in meiner bisherigen beruflichen Laufbahn stets von Vorteil.

Und wie sehen Deine Pl├Ąne f├╝r die Zukunft aus? Ich m├Âchte gern mit meinem Label experimentieren und herausfinden, ob und wie mein Style aufgenommen und letztendlich nat├╝rlich auch gekauft wird. Die meisten Jungdesigner scheitern am mangelnden Verkaufserfolg, da h├Ąufig zu wenig an die kommerzielle Perspektive gedacht wird. Aber das will ich ├╝berhaupt nicht werten, sondern da mu├č jeder seinen eigenen Weg finden. Nat├╝rlich kann auch ich die finanziellen Aspekte nicht au├čer Acht lassen und mu├č mich – wie wohl die meisten – multiperspektivisch aufstellen, um mich zu etablieren. Insoweit arbeite ich auch als freier Modedesigner f├╝r andere Brands und versuche alles zeitlich unter einen Hut zu bringen.

Folgt ACBY auch bei Instagram.

Fotos by Suzanna Holtgrave

Make-Up by Timo Bloom