WOOF WOOF
HANNOVER  
 Januar 27th, 2018


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Unsere Studentin Charlotte Weber hat letztes Jahr im November den Outstanding Talent Award beim Frankfurt Style Award gewonnen. Der Preis beinhaltet einen Once-in-a lifetime-Fashion-Trip nach Vancouver, die M√∂glichkeit eine eigene Kollektion bei der Vancouver Fashionweek zu pr√§sentieren und ein Stipendium f√ľr den Fashion Masterstudiengang an der HFFA in Mailand. Aktuell macht Charlotte erst mal an unserer Partner-Uni in England ihren Bachelor Abschluss in Fashion and Textiles. Wir haben sie nach ihren Einfl√ľssen, Inspirationen und weiteren Pl√§nen befragt …

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Charlotte, du warst ja sehr erfolgreich beim Frankfurt Style Award. Welche Erfahrungen hast du dort mitgenommen?
Ich habe dort erkannt, dass es zum einen sehr wichtig ist, sich und seinen eigenen Ideen treu zu bleiben und wirklich dahinter zu stehen. Denn nur so ist dein Ergebnis wirklich authentisch. Zum anderen sollte man sein Design gut durchdacht haben und diese Gedanken auch kommunizieren k√∂nnen. Ich wurde beispielsweise direkt, nachdem ich den Preis verliehen bekommen hatte, vor dem gesamten Publikum in Anwesenheit der Presse live interviewt. Da muss man schon wissen, wie man sein Designkonzept den Leuten n√§her bringt. Ich bin sehr froh dar√ľber, dass ich in diesem Moment Antworten auf Fragen zu der Kollektion “Buried Alive” hatte und so die Aufmerksamkeit des Publikums produktiv f√ľr mich nutzen konnte.

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Beschreibe kurz das Thema deiner Gewinner-Kollektion. Was war die konzeptuelle Idee?

Mit der Kollektion weise ich auf eine schwierige Problematik hin, n√§mlich Zwangsprostitution in Deutschland. Das ist kein typisches “easy” Wohlf√ľhlthema, bei dem man sofort an Fashion denkt. Mich hat es aber intensiv besch√§ftigt. Jeden Tag werden etliche junge Frauen und minderj√§hrige M√§dchen verschleppt, verkauft und gewaltsam gezwungen sich in den Rotlichtvierteln der Welt zu prostituieren. W√§hrend meiner Recherchen rund um meine Kollektion dr√§ngte sich mir die Frage auf, warum es √ľberhaupt m√∂glich ist, dass vor den Augen der internationalen √Ėffentlichkeit Handel mit minderj√§hrigen M√§dchen weltweit betrieben werden und allein in Deutschland j√§hrlich mehrere Millionen Euro mit der Misshandlung von Frauen erwirtschaftet werden kann. Unwissenheit und Egoismus, politische und polizeiliche Korruption, Ignoranz und letztendlich der Mangel an Bereitschaft nicht die Augen vor derartigen Fakten zu verschlie√üen sind nur einige Erkl√§rungen weshalb “white slavery” in Deutschland bis heute toleriert wird. Die Kollektion ‚ÄěBuried Alive‚Äú soll dazu anregen sich mit dem Thema ‚ÄěZwangsprostitution‚Äú zu besch√§ftigen, um eine Sensibilit√§t zu schaffen, so dass vielleicht in Zukunft das Problem gel√∂st werden kann.

Was ist das Besondere an deinem Kollektions-Outfit, das du f√ľr den Wettbewerb entwickelt hast?

Das Spezielle an diesem Outfit ist, dass es sich aus einer Mischung aus untragbaren Statementpieces und durchaus tragbaren Teilen zusammensetzt. W√§hrend sich beispielsweise das Reisepass-Plexisglass-Accessoire ausschlie√ülich mit einem dazugeh√∂rigen Schl√ľssel entfernen l√§sst, kann man die Oversize√§rmel der Jacke sehr leicht entfernen, darunter kommen dann schlichte √Ąrmel zum Vorschein, so dass die Jacke durchaus alltagstauglich ist.

Wie bist du auf die Formensprache und die Details des Outfits gekommen?

Eine Kollektion mit der Inspirationsquelle “Zwangsprostitution” zu entwickeln war eine ziemlich heikle Angelenheit. Indem man ein Thema wie dieses in Ready-to-Wear Fashion verwandelt, l√§uft man ja permanent Gefahr eher zu verharmlosen statt zu kritisieren. Au√üerdem durfte die Stilsprache nicht zu explizit sein, da das Outfit sonst nur schockieren w√ľrde, aber nicht getragen werden k√∂nnte. Aus diesen Gr√ľnden ist die Formensprache dieser Kollektion sehr assoziativ und offen gehalten. Zudem spielt in meiner Arbeit die Farbpsychologie eine wichtige Rolle. Die Leistentaschen auf dem R√ľckenteil des Outfits, die f√ľr die Tr√§gerin nicht nutzbar sind, erscheinen als dunkel umstickte Cutouts. Der Faltenminirock aus Plastikfolie soll beispielsweise auch implizit¬† auf die¬† Verletzungen der Pers√∂nlichkeitsrechte und auf den gewaltsamen Raub der Uschuld und Kindheit der M√§dchen verweisen.

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Hast du Vorbilder in der Mode?

Ja, mich faszinieren zum Beispiel die Arbeiten von Alexander McQueen bis heute sehr. Besonders die Art und Weise wie er skurrile, schockierende und obskure Inspirationsquellen in innovative, einzigartige und wunderschöne Designs verwandelt hat. Aber auch ganz andere Designer wie etwa Yohji Yamamoto oder Tom Ford finde ich inspirierend.

Wer oder was inspiriert dich noch?
Das k√∂nnen ganz unterschiedliche Dinge sein: von Filmen oder Fotografien mit einer besoderen √Ąsthetik, √ľber historische, gesellschaftliche und kulturelle Themen, bis hin zu einem besonderen Material oder au√üergew√∂hnlichen Glasperlen, die ich unbedingt verarbeiten m√∂chte. Ausschlaggebend ist, dass die Inspirationen eine starke Emotion in mir ausl√∂sen, auch wenn das nicht unbedingt immer sch√∂ne oder angenehme Gef√ľhle sind.

Was hat dir bisher am Studium an der Fahmoda besonders gefallen?

Ich finde das Gesamtkonzept der Fahmoda bis heute sehr gut, weil einem √ľber drei Jahre hinweg neben der Ma√üschneider-Ausbildung ein Einblick in fast alle Bereiche der Mode gegeben wird, die man als Designerin sp√§ter dringend braucht. Gleichzeitig ergibt sich daraus auch die M√∂glichkeit sich w√§hrend des Studiums noch einmal die Frage zu stellen ob der Beruf “Modedesigner” wirklich das Richtige f√ľr einen ist, oder ob ein angrenzender Bereich, beispielsweise Kost√ľmbild, Styling o.√§. nicht vielleicht passender w√§re.

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Welche Studieninhalte oder Erfahrungen haben dich bisher auf deinem Weg als “Designerin‚Äú weitergebracht?

Textiltechnologie, Schnittkonstruktion und die Ausbildung zur Maßschneiderin haben sich bisher sehr gut ausbezahlt, weil ich dadurch ein sehr praktisches Verhältnis zur Produktion des Designs bekommen habe und so in der Lage bin einen Entwurf nicht nur auf dem Papier zu kreieren, sondern vor allem auch umzusetzen. Gerade am Anfang, wenn man noch nicht die finanziellen Möglichkeiten hat, um Designs produzieren zu lassen, ist es wirklich effizient einfach alles selbst fertigen zu können.

Du bist jetzt in England und machst dort deinen Bachelor Abschluss. Wie sehen deine Pläne nach der Beendigung deiner Ausbildung aus?

Ich werde dann das Stipendium des Frankfurt Style Awards an der HFFA in Mailand wahrnehmen und dort meinen Master machen. Zudem war ich in den letzten Jahren an einigen Filmproduktionen als Kost√ľmbildnerin beteiligt und m√∂chte mir auch in Zukunft weiterhin Zeit daf√ľr nehmen.

Welche Eigenschaften sollte man deiner Meinung nach in der Modebranche mitbringen?

Neben der theoretischen und praktischen Fachkenntnis rund um Designs, Trends und Fertigungstechniken sind meiner Meinung nach vor allem Stressresistenz, Teamf√§higkeit, Networking, Social Media-Kompetenz und die Bereitschaft viel zu reisen besonders wichtig. Abgesehen davon ist eine gute Menschenkenntnis notwendig, um in dieser extrem profitorientierten Branche die¬† wohlwollenden von den eher missg√ľnstigen Menschen unterscheiden zu k√∂nnen.

HANNOVER  
 Januar 26th, 2018


Mail-Anhangby Julia Mars

Das MUSEUM F√úR TEXTILE KUNST in Hannover befindet sich in einem ehemaligen Luftschutzbunker. Dort lassen sich viele gewebte Sch√§tze und Handarbeiten bewundern, die die Sammlerin und Gr√ľnderin des Hauses, Erika Koop, von ihren Reisen mitgebracht hat. Klar, dass wir, die ersten Klassen der FAHMODA, diesem Ort einen Besuch abstatten mussten. Unsere kleine Tour durch das Museum f√ľhrte durch die verschiedensten Epochen und L√§nder ‚Äď von New York bis nach Indien, vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart ‚Ästund zeigte uns eine einzigartige Stoffsammlung.

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Abendkleider der 20er bis 50er Jahre, riesige T√ľcher, Seiden, Tempelschmuck, Longis, Ikats und Kaftane. Die mit Gold durchzogenen Hochzeitssaris bilden das Herzst√ľck der Ausstellung und sind au√üerdem die wahrscheinlich wertvollsten St√ľcke. Bewundern durften wir auch verschiedene exotische Seiden, wie zum Beispiel Muschelseide.

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Besonders haben uns die sehr langen Stoffebahnen beeindruckt, die zu mehreren Metern von der Decke des alten Luftschutzbunkers h√§ngen. Sie sind unglaublich aufwendig in monatelanger Handarbeit in den verschiedensten L√§ndern hergestellt worden. Nicht nur Erika Koops Exponate, sondern auch sie selbst hat uns mit ihrem Charme beeindruckt. Diese Frau, die im Laufe der Jahre in unglaublich viele L√§nder gereist ist, ¬†konnte uns mit ihren Geschichten rund um ihre wundersch√∂nen Stoffe regelrecht verzaubern. Au√üerdem hat sie Reste hochwertiger Couture Stoffe zu kunstvollen Collagen verarbeitet, die im Museum als Raumteiler dienen. Insgesamt hatten wir einen unglaublich sch√∂nen Tag im Textil Museum Hannover und w√ľrden alle Erika Koops erstaunlicher Textiliensammlung jederzeit wieder einen Besuch abstatten!

HANNOVER  
 Oktober 19th, 2017


Kennst du sie, die blaue Stunde,
zwischen Tag und Traum?
Wo Gedanken sich verbinden,
losgelöst von Zeit und Raum?


Surreal Beauty Magazine


In diesen ganz besonderen Minuten ist ein spektakuläres Farbenspiel mit vielen Blautönen am Himmel zu beobachten. Es ist die Zeit der Dämmerung nach Sonnenuntergang und vor Eintritt der Dunkelheit.


Nach einem anstrengenden Alltag in eine Traumwelt fl√ľchten.


Blaue Farbtöne eignen sich optimal, Stress und Hektik abzubauen und zu entspannen. Die Leichtigkeit eines schönen Traumes hat mich zu dieser Kollektion inspiriert. Diese wunderbare Stimmung spiegelt sich in meiner leichten, femininen und avantgardistischen Kollektion wieder.

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Modedesign und Text Lea Hansel, FAHMODA Studentin
Fotograf: Oliver Keller
Model: Marina Steinborn
Auszug Gedicht: Raina J.