Category: Fashionweek
HANNOVER  
 Februar 7th, 2013

Interview mit Katharina Kaiser

 

Vor ein paar Wochen haben wir während der Berlin Fashionweek die ehemalige Fahmoda-Studentin Katharina Kaiser (30) im Green Showroom besucht. Katharina hat vor fünf Jahren ihren Abschluss gemacht. Nach einigen Stationen in verschiedenen Unternehmen möchte sie nun mit ihrer eigenen Firma durchstarten. Wir haben ihr ein paar Fragen über ihre Karriere und ihr eigenes Label gestellt. Was sie uns geantwortet hat, erfahrt Ihr hier im Interview:

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Was hat Dir am Studium an der Fahmoda besonders gefallen?
Die Freiheit seine Kreativität auszuleben. Durch das Arbeiten mit ungewöhnlichen Materialien wurde das Vermögen “um die Ecke zu denken” und neue Lösungswege zu finden stark geschult.

Was hast Du nach Deinem Abschluss an der Fahmoda gemacht?

Ich habe erst mal gleich nach der Abschlussmodenschau als Bekleidungstechnikerin bei einem Label in Berlin angefangen und danach als Junior Designerin bei Signum in Niedersachsen gearbeitet. Dann ging es wieder zurück nach Berlin zu dem tollen Label „realitystudio“. Dort habe ich mich quasi als “Mädchen für alles” um Schnitte, Erstmuster, Versand, Gradierungen und Messen gekümmert. Später war ich in Celle bei OneTouch aus der CBR Group als Product Developer mit dem Schwerpunkt “woven und Asien” tätig.

Wie kamst Du auf die Idee, ein eigenes Label zu starten?

Wie viele habe ich schon davon geträumt, bevor ich überhaupt angefangen hatte Modedesign zu studieren. Und während meines Arbeitslebens keimte der Wunsch nach Selbstständigkeit immer mal wieder auf. Und nun, nachdem ich im letzten Jahr 30 geworden bin, wage ich den Sprung ins kalte Wasser.

Wofür steht das Label “Katharina Kaiser” und wovon lässt Du Dich inspirieren?

Mir geht es in erster Linie um hohe Qualitätsansprüche sowohl was die Materialauswahl als auch die Verarbeitung anbelangt. Dazu kommt der Nachhaltigkeitsaspekt. Die Stoffe werden so ausgewählt, dass die Lieferkette vom Rohstoff bis zum fertigen Produkt transparent und nachvollziehbar ist. Als Kooperationspartner sind mir da kleine Unternehmen natürlich lieber als große Konzerne. Die Stoffe werden möglichst lokal oder in der Nähe von Deutschland eingekauft, damit unnötige Transportwege vermieden werden. Meine Ideen für Entwürfe kommen mir eigentlich mit dem ersten Griff in den Stoff. Natürlich inspirieren mich im Vorfeld viele Dinge – Waldspaziergänge, Filme, Musik, andere Designer, Blogger, Kunst und Theater. Aber meist entsteht die klare Idee für die Kollektion erst während des Arbeitsprozesses.

Was ist das Besondere an Deiner Kollektion?

Der InkJet Druck auf meinen Hosen und Blusen ist ein Baumrinden-Print und GOTS zertifiziert, was derzeit noch einmalig in der Welt ist. Außerdem habe ich hauptsächlich Stoffe aus Naturfasern verwendet: reine Schurwolle, ein Walkstoff aus Merino extra fine, Leinenjersey und Biobaumwolle. Alle Materialien sind entweder GOTS oder Ökotex zertifiziert. Gefärbt wurde ausschließlich mit Extrakten aus Schwarztee und Beerensaft.

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Warum machst Du nachhaltige Mode?

Als modeinteressierter Mensch weiß man ja, unter welchen Umständen in der Welt die meisten Kleidungsstücke produziert werden. Ich möchte einfach nicht mehr von dem Leid und der Not anderer profitieren, indem ich möglichst billig hergestellte Mode anbiete oder selbst angeboten bekomme. Mir war von Anfang an klar, dass ich möglichst lokal arbeiten und das hohe handwerkliche Know-How in Deutschland und in den Anrainerstaaten nutzen möchte. Es gibt hier eine hohe Qualität was die Herstellung von Stoffen als auch die Weiterverarbeitung anbelangt.

Wie sieht der Produktionsprozess für Deine Kollektion aus? Machst Du alles selbst?

Nein, das würde zeitlich gar nicht funktionieren und auch meinen Qualitätsansprüchen nicht genügen, wenn ich die Produktion selbst übernehmen würde. Die Erstmuster mache ich selbst. Aber die georderten Artikel gehen dann in Produktion in Deutschland.

Wie war in Berlin die Resonanz auf Deine Outfits?

Sehr gut. Ich hab es gar nicht für möglich gehalten, dass gerade am Anfang so ein reges Interesse an meiner Kollektion herrschen würde. Dazu muss ich natürlich auch sagen, dass die Materialien wirklich toll sind und für sich sprechen. Aber ich war wirklich positiv überrascht; sowohl unsere Teilnahme beim Green Showroom als auch auf der Innatex war erfolgreich. Mein Start in die Selbständigkeit wurde durch die herzliche Annahme des Publikums wirklich leicht gemacht.

Und wo kann man Deine Mode erwerben?

Bisher ist die Order noch nicht abgeschlossen und deshalb möchte ich jetzt ungern schon Namen nennen. Aber ab Juli kann man auf meiner Homepage lesen in welchen stationären und welchen Onlineshops meine Mode zu finden ist.

Wer ist Dein modisches Vorbild?

Schwierig. Es gibt so viele Menschen, die tolle Arbeiten leisten und mich damit inspirieren. Magdalena Schaffrin wäre zum Beispiel als Vorbild zu nennen, da sie als eine Vorreiterin in der ECO-High Fashion-Szene gilt. Das absolute MODISCHE Vorbild ist für mich die bereits verstorbene Isabella Blow, da sie eine unglaubliche Unabhängigkeit verkörpert hat. Sie lebte Mode als Freiheit und Spiel.

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Und was empfiehlst Du den jungen Modedesignstudenten und den diesjährigen Absolventen?

Auf jeden Fall erst einmal raus mit Euch auf den Arbeitsmarkt! Auch wenn es nicht immer leicht ist und nicht immer Spaß macht, dort geht das Lernen erst richtig los. Bevor man überlegt sich selbstständig zu machen, sollte man definitiv verschiedene Erfahrungen gesammelt haben.

Zu guter Letzt – was wünscht Du Dir für die Zukunft?

Ich wünsche mir jetzt erstmal einen guten ersten Orderschluss im Februar und natürlich, dass ich auf der Fabric Start schöne neue Materialien für die Sommerkollektion finde. Ansonsten wünsche ich mir, dass mein Label langsam aber stetig wächst und ich viele Menschen mit meiner Mode erfreuen kann.

HANNOVER  
 Januar 17th, 2013

Berlin Fashionweek

 

Gestern reisten wir nach Berlin, um uns das bunte Modetreiben auf der Fashionweek aus nächster Nähe anzuschauen. Auch unsere netten Austauschstudenten aus Krakau kamen mit. So musste logischerweise – der Eiseskälte zum Trotz – ein Erinnerungsfoto vor dem Brandenburger Tor geknipst werden:

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Danke an alle, die sich in ihren schicken, dünnen Mäntelchen dem schneidend kalten Wind entgegengestellt haben. Merke: im Winter geht man in Berlin am besten dick eingepackt in Wolle und Daunen aus dem Haus. Aber in den Berliner Ausstellungshallen war es ja zum Glück warm. Auf den Messen zeichneten sich die ersten Trends für die nächste Wintersaison ab. So entdeckten wir z.B. auf der Panorama viele Beerentöne sowie Edelsteinfarben von Rubinrot über Bernstein, Smaragdgrün bis hin zu Saphirblau. Außerdem gab es viele Rauchtöne, Schwarz, viel Fell und noch viel mehr Leder und zahlreiche Steppoptiken zu sehen. Trendmäßig bleiben außerdem grafische, plakative Prints, barockige Jacquardmuster und sportive Looks aktuell. Und das Thema “Rock Glam” wird mal wieder “neu” aufgetischt. Festmachen lässt sich dies anhand der zahlreichen Bikerjacken sowie Workwear-referenzen und den zahlreichen metallischen Styles. Hauptsache relaxed, cool und lässig. Natürlich mussten wir auch unbedingt unserer Absolventin Katharina Kaiser im Hotel Adlon einen Besuch abstatten. Sie präsentierte dort im Rahmen des Green-Showrooms ihre erste, eigene Kollektion “knock on wood”. Große Freude und gute Stimmung waren angesagt.

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Bei einem Gläschen Sekt erklärte sie uns ihre nachhaltig gestalteten Outfits, die wir Euch hier demnächst detaillierter vorstellen werden. “Viele interessante Leute kommen hier vorbei und zeigen Interesse”, freute sich Katharina. Wir sind gespannt, wie es mit ihrem Label weitergehen wird. Hier für Euch ein paar Impressionen von unserem Berlinausflug:

HANNOVER  
 Januar 10th, 2013

Katharina Kaiser im Green Showroom

 

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Nächste Woche fahren wir wieder nach Berlin zur Fashionweek. Neben der Premium werden wir sicher auch dem Green Showroom im Adlon Hotel einen Besuch abstatten, in dem Fahmoda Absolventin Katharina Kaiser ihre eigene nachhaltige Kollektion vorstellen wird. Katharina hat 2008 ihre Fahmoda-Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und danach einige Erfahrungen als Designerin in der Modeindustrie gesammelt. Jetzt macht sie sich mit ihrem eigenen Label selbständig.Wir wünschen ihr viel Erfolg.

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