Monatelang hat das Fernsehteam des NDR unsere Absolventen Sam Acebey und Franzisca Schoppe bei ihren Vorbereitungen für ihre Abschlusskollektion begleitet: von den ersten Recherchen, dem Modelcasting über die erste Designkontrolle bis hin zur großen Abschlussmodenschau. Morgen ist es soweit und Ihr könnt die Ergebnisse um 18:15 Uhr im NDR bewundern. In der halbstündigen Nordreportage werden nicht nur die zwei Jungdesigner porträtiert, sondern der Zuschauer gewinnt auch einen kleinen Einblick über die Ausbildung an der Fahmoda und das ganze Drumherum bei den Fashion Finals. Wer morgen nicht bei der Arbeit sitzt, sollte bereits um 16:00 den Fernseher einschalten. Denn dann gibt Sam dem NDR live ein kurzes Interview. Da Franzisca momentan tief im Süden des Landes ihr Praktikum absolviert, konnte sie leider für das Interview nicht anwesend sein. Eine Wiederholung der Sendung wird übrigens am 3.5. um 13:05 ausgestrahlt.
Dort ist zu lesen: ”German based fashion photographer Iris Huber lensed for us collection pieces from an upcoming fashion star: Samuel Acebey. A name you should save in your brain and fashion schedule for next season. Samuel Acebey is a young fashion design student at Fahmoda – Hannover, inspired by history and culture.” Den ganzen Beitrag findet Ihr hier.
Konzeptuell drückt Samuel Acebey mit seiner avantgardistischen Abschlusskollektion Michel Foucaults Gedanken zum “richtigen Sehen-Lernen” aus. Vereinfachend gesagt geht es Sam darum, wie und auf welche zwei Arten wir die Welt betrachten können. Unser Blick ist zum einen vom sozial geprägten, scheinbar objektiven Sehen und zum anderen vom subjektiven, psychologischen Sehen geprägt. Beide Prinzipien greift der junge Modedesigner mit seinen unterschiedlichen Prints auf: Rorschachs Klecksbilder stehen grafisch wirkenden Fotografien gegenüber, Organisches trifft auf Konstruiertes, Flüssiges auf Festes und Subjektives auf Objektives. Diese Gegensätzlichkeiten finden sich auch in der Formensprache der Kollektion wieder. Lässige Drapage wird mit scharfem Tailoring und strukturierter Strick mit glatten Oberflächen kombiniert. Nicht zuletzt greift Sam auch die klassische Opposition zwischen Stadt und Land auf. So integriert er einerseits Anspielungen auf die Natur (z.B. mit Fell, Perlen, Horn- und Holzelementen) und zum anderen Zitate der Großstadt (z.B. Prints von Hochhausfenstern) in seine Kollektion. Als verbindendes Element funktioniert bei aller Diversität die Farbpalette, die auf Schwarz und Grautöne reduziert ist. So wirken insgesamt Sams “Widower” wie postmoderne Flaneure mit einem Hang zu Melancholie und Extravaganz.
Sam hat beim Audi Fashion Award den ersten Preis in der Kategorie “Flexible Comfort” gewonnen und startet nun seine Laufbahn als Modedesigner beim Label Umasan in Berlin.
Hier für Euch auch Sams Film, den er während seiner Show auf den Fashion Finals gezeigt hat:
(Fotos via Ariel Oscar Greith und Julian Lilienthal)