Für Purismus und schlichte, tragbare Eleganz stehen auch die Abschlusskollektionen von Janka Lohmann, Marie Abel und Kristin Bannert. Janka ließ sich für ihre türkis- und blaufarbigen Entwürfe von den Kostümen der Commedia dell’Arte inspirieren. Die charakteristischen Rautenmuster der Commedia-Kostüme abstrahierte sie und kreierte eine schlichte Businessmode, die sich durch zahlreiche Schmucktechniken und feine Details auszeichnet:
Kristins Entwürfe hingegen bestechen auf den zweiten Blick durch schnitttechnische Details z.B. an Manteltaschen, Krägen usw.. Die Designerin ließ sich für ihre dunklen, sportlichen Outfits von der modernen Architektur und den scharfen Kanten der Eisberge inspirieren.

Auch Maries Kollektion steht für einen schicken Casual-Look. Als Inspiration fungierte die Ausdruckstänzerin Yvonne Georgi. Maries primär blauen und schwarzen Entwürfe nehmen in der Formensprache Georgis runde Bewegungen auf und garantieren der Trägerin Bewegungsfreiheit und Bequemlichkeit.

Weitere Bilder der Kollektionen:
(Fotos: Tom Figiel)
Raja ließ sich für ihre Kollektion von der Kaiserin Elisabeth v. Österreich und der Kostümgeschichte des 19. Jahrhunderts inspirieren. Die typische Sanduhrsilhouette der Gründerzeit übersetzte sie in unsere moderne Gegenwart, indem sie sie durch klassische Teilungsnähte, wie die Wienernaht oder Prinzessnaht, ausdrückte. Seiden, hochwertige Wollstoffe und Samt sollen den aristokratischen Prunk der vergangenen Zeit widerspiegeln. Und Blockstreifen sind nicht nur ein aktuelles Trendthema, sondern fanden sich z.B. auch vielfach in der Garderobe von Sissi. Der Wechsel aus schwarzen und weißen Linien bringt Klarheit und unterstreicht die Schnittführung der Entwürfe. Aber auch die Biographie und die Charaktereigenschaften der Kaiserin beeinflussten die Arbeit der Jungdesignerin. Sissis zahlreiche “Schicksalsschläge“ und ihr melancholisches Wesen drücken sich in den bevorzugt dunklen, grünen und schwarzen Kleidern der Kollektion aus, die einen unaufgeregten und eleganten Stil ausdrücken sollen.
(Fotos: Tom Figiel)
Michelles tragbare, sportliche Kollektion „Changeability“ basiert auf dem konzeptuellen Grundgedanken des zeitgenössischen Künstlers Franz West, der den Rezipienten in seine Kunst stets mit einzubeziehen versucht. Ziel der Kollektion ist es, dass eine Interaktion zwischen dem Outfit und seinem Träger entsteht. Die junge Designerin kreierte lässige, bequeme Entwürfe in frischen Farben, die in ihrer Grundkonstruktion einfach und schlicht gehalten sind und dadurch multifunktional erscheinen. Im Sinne Franz Wests wurde vor allem Wert darauf gelegt, dass der Konsument der Kollektion die Kleidungsstücke nach Belieben umformen und umgestalten kann. Hier geht es also nicht um das alte Prinzip “Form follows Function”, sondern die Funktion eines jeden Teils wird vom Träger bestimmt. Der Konsument ihrer Kollektion wird darum als Mitgestalter ihrer Entwürfe betrachtet.Wie zeigt sich der Aspekt des Mitgestaltens in Michelles Kollektion „Changeability“?
Zum größten Teil bestehen die Kleidungstücke der Arbeit aus einfachen Grundformen: Rechtecke, Kreise, Ellipsen und Dreiecke. Dadurch bleiben sie gewissermaßen “unfertig“ und lassen sich später von dem Träger einer individuellen Wandelbarkeit unterziehen. Multifunktionalität und Wandelbarkeit zeigen sich an folgenden Elementen der Kreationen:
a) Ein Kleid kann auch als Rock getragen werden. b) Eine Abänderung der Kragenform ist möglich. c) Eine unabhängige Interpretation wird zugelassen z.B. gibt es schärpenähnliche Teile, die sich variabel entweder als Gürtel oder als Neckholder einsetzen lassen.

Eine weitere Variante der Wandelbarkeit liegt in der Silhouette. So lässt sich ein Kleidungsstück zum einen enganliegend am Körper tragen und zum anderen als überformender, deformiert wirkender Schnitt realisieren. Mit folgenden Mitteln können die Outfits verwandelt werden: a) Falten b) Knöpfen c) Raffen d) Eindrehen e) Stecken f) Binden g) Magneten h) Reißverschlüsse i) Locher/Einschnitte…
Für die Farbpalette ihrer Kollektion ließ sich Michelle von dem Gemälde „Gelmeroda 9“ des Bauhaus-Malers Lyonel Feininger inspirieren. So werden ihre Entwürfe sowohl von neutralen Grundtönen wie „Offwhite“ und „Lightgrey“ als auch von frischen Farben wie „Oceangreen“ und „Aquamarin“ geprägt. Als Farbflash dient ein sattes „Gelb“.
(Fotos: Tom Figiel)